DIY NAS für Backup

… und was man sonst noch braucht.

Nachdem mir vor zwei Wochen eine meiner wichtigsten Festplatten gestorben ist, habe ich meinen NAS endlich erweitert. Geplant war das eigentlich schon länger, jedoch hab ich es erstmal hinten dran gestellt. Nachdem ich das nun nachgeholt habe, möchte ich hier mal darstellen wie das System aussieht.

Natürlich kann man fertige NAS-Geräte kaufen mit Festplatten bestücken und loslegen. Ich bastel aber nun mal gerne, und so bestellte ich mir ein Intel Atom Board DN2800MT für den Anfang. Die Entscheidung für diese Platine begünstigten 4GB noch rumliegender S0DIMM DDR3 RAM und der niedrige TDP-Wert. Dazu noch ein LEICKE ULL Netzteil mit 19V 3.42A und schon kann es losgehen. Für die erste Installation schnappte ich mir eine alte 120GB Seagate Barracuda und verwendete Ubuntu Server 12.04. Nachdem alles lief probierte ich einige Services aus:

Als dann wieder etwas Geld übrig war, hab ich eine mSATA SSD gekauft und das System noch mal frisch aufgesetzt. Bei den DLNA-Diensten habe ich leider nicht den Ultimativen gefunden, und bin jetzt wieder bei Plex gelandet. Für Backups vom Windows 7 PC und MacBook Pro, hing eine externe Platte über USB am Board. Da sie nicht sehr groß ausfiel habe ich vom PC nur die Festplatten mit Betriebssystem und Benutzerdaten gesichert. Vom MacBook bis auf einige Ausschlüsse so ziemlich die gesamten Daten.
Die einzige die nicht gesichert wurde, ist die auf der meine Musik, meine Fotos und Spiele installiert waren. Die Spiele neu installieren ist nicht weiter wild. Um die Musik ist es schade aber das kann ich noch verschmerzen. Die vielen Bilder die ich in den letzten Jahren gemacht habe, zu verlieren ist allerdings wirklich schmerzlich. Eventuell hilft ein Austausch des PCB’s der Festplatte, aber das wird sich noch zeigen. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.

Damit ich aber in Zukunft nicht noch öfter weinen muss, habe ich mein Projekt „Ein besseres Backup“ wieder aufgegriffen. Die SATA Anschlüsse auf dem Board sind bereits belegt, durch eine Festplatte für Videos und Aufnahmen und natürlich die System-SSD. Angeblich soll man den zweiten SATA-Anschluss gleichzeitig mit dem mSATA nutzen können, aber das funktionierte bei mir nicht. Also musste ein Controller her der mir weitere SATA-Anschlüsse zur Verfügung stellt. Das Board bietet leider nur eine PCIe X1 Schnittstelle für Erweiterungen an. Im Blog von Marc Bevand, aka mrb fand ich eine gute Auflistung verschiedenster Controller von 2 bis 32 Ports inkl. Geschwindigkeitstests und vieler Informationen. Letztendlich ist es eine Karte mit Silicon Image 3124 Chip geworden. Über das Menü beim booten soll man das RAID anlegen können. RAID0 ließ sich auch erstellen aber das RAID1 was ich mir gewünscht hatte leider nicht. So habe ich die Aufgabe wieder an Ubuntu bzw. mdadm übergeben. Das erste resync hat gleich mal 8 Stunden bei zwei WD30EFRX gedauert, obwohl noch keine Daten drauf waren. Interessieren würde es mich ja wie lange das dauert, wenn ich mal eine Platte tauschen muss, aber eigentlich möchte ich das lieber nicht erleben. 😉
Günstiger als die fertigen NAS-Geräte ist diese Lösung letztendlich nicht geworden, da lag ja auch nicht mein Fokus. Andererseits konnte ich das natürlich nach und nach kaufen und musste nicht viel Geld auf einmal in die Hand nehmen. Dann hätte ich aber auch schon früher ein gutes Backup gehabt. Ein NAS Gehäuse mit 5 Slots kostet aktuell auch 350 bis 400 Euro zzgl. Festplatten.

Die Einzelteile liste ich hier noch mal auf:

Insgesamt ca. 600 – 700 Euro